Die Zersplitterung und Kleinteiligkeit des Privatwaldes ist ein Haupthindernis für eine effiziente Nutzung. Den hohen Holzreserven, die sich laut der zweiten Bundeswaldinventur vor allem im Kleinprivatwald befinden, stehen große organisatorische Hemmnisse entgegen, sie nachhaltig zu nutzen.

Als eine wesentliche Aufgabe der Holzmobilisierung im Privatwald wird daher die Überwindung dieser Kleinteiligkeit gesehen. Unter dem Aspekt 'Kleinparzelliertheit überwinden' werden Instrumente und Methoden vorgestellt, die helfen, effizientere Formen der Nutzung im Kleinprivatwald zu entwickeln und umzusetzen.

Lösungswege

Die Instrumente zur Überwindung der Nachteile bei der Bewirtschaftung des Kleinprivatwaldes lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:

  • Zum einen gibt es Instrumente, die unter Beibehaltung der Eigentumsstrukturen die Bedingungen der Bewirtschaftung verbessern.
  • Zum andern existieren Instrumente, die die Eigentumsstrukturen verändern.

Folgende Instrumente befinden sich in der Diskussion und Umsetzung, die das Eigentum am Wald nicht verändern, aber die Nutzung der Flächen betreffen:

  • einmalige gemeinsame Nutzungen in Nutzungsblöcken
  • besitzerübergreifende Nutzungen und Abrechnungen in Nutzungsgemeinschaften
  • Waldpachtverträge
  • über mehrere Jahre laufende Waldbewirtschaftungsverträge

Am weitesten gehen die Formen, die die Eigentumsrechte am Wald verändern. Dazu gehören die Instrumente der ländlichen Bodenneuordnung (freiwilliger Landtausch, vereinfachtes Zusammenlegungsverfahren, Waldflurbereinigung) und der Waldverkauf bzw. -kauf.

Nutzungsblöcke

Gemeinsame Nutzung - getrennte Abrechnungrs nutzungsblöcke

Den Schwerpunkt bei der Überwindung von Kleinparzelliertheit des Privatwaldes stellt die Bildung von gemeinsamen Nutzungsblöcken dar. Die Privatwaldbesitzer werden im Rahmen einer einmalig durchgeführten Nutzungsmaßnahme angesprochen und zu einer gemeinsamen Nutzung ihres Waldes motiviert. Durch die Zusammenfassung mehrerer kleiner Flächen kann der die Technik in rationeller Form eingesetzt werden. Dagegen erfolgt die »Abrechnung des Holzgeldes getrennt, was wiederum eine aufwändigere Polterung, Holzaufnahme sowie Gutschrifts- und Rechnungsstellung erfordert.

Dieses Vorgehen hat sich als kurzfristig umsetzbar und als beim Waldbesitzer akzeptiert erwiesen. Es ist mit den geringsten Eingriffen in die Verfügungsrechte des Waldeigentümers über seinen Wald verbunden. Notwendig ist dazu die Einigung zwischen Käufer und Verkäufer. Steht ein Forstwirtschaftlicher Zusammenschluss als bündelnde und vermittelnde Organisation dazwischen, dann ist eine Vollmacht zur Durchführung der Erntemaßnahme und zum Verkauf des Holzes nötig.
Gravierender Nachteil ist, dass auch im Fall eines wiederholten Eingriffs eine erneute Ansprache des Waldbesitzers erforderlich ist und weiterhin die komplexen Nutzungs- und Abrechnungsverfahren angewandt werden müssen. Deswegen werden - unter Beibehaltung der Eigentumsrechte - einfachere Nutzungs- und Abrechnungsverfahren in Form von »Nutzungsgemeinschaften diskutiert und verschiedentlich erprobt.

Im Rahmen der Betreuung durch die staatliche Forstverwaltungen wie auch von Privatforstbetrieben findet sich hier die Form der 'fallweisen Bewirtschaftung'. Die entsprechenden Regelungen finden sich in den Privatwaldverordnungen.

 wno2020  Zusätzliche Informationen finden Sie auch über das Web-Portal eines aktuellen FNR-Projektes zu diesem Thema: Waldneuordnung 2020 www.wno-2020.de

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