In der Vorbereitung einer konkreten Erntemaßnahme muss die Erschließungssituation der betroffenen Nutzungsflächen analysiert und ggf. erweitert werden. Das Erschließungsnetz, bisweilen auch als forstliche Wegeinfrastruktur bezeichnet, umfasst dabei verschiedene Erschließungsebenen. Das Hauptwegenetz (LKW-fähig ausgebaute Waldstraßen), die Feinerschließung (Gassen, Wege, Linien) sowie Polterplätze zur Lagerung des geernteten Holzes und die Aufgliederung der Flächen mittels Abteilungs- bzw. Grenzlinien.

Die Bestandsaufnahme des vorhandenen Erschließungsnetzes stellt ein wichtiges Teilprojekt innerhalb eines Mobilisierungsvorhabens dar. Die Erschließungssituation ist beispielsweise für die Wahl der Holzerntetechnik, für den Zeitpunkt des Erntevorhabens (Jahreszeit) sowie für die Organisation der Logistik (Holzabfuhr) von entscheidender Bedeutung. Die Herausforderungen nehmen dabei mit der Beschaffenheit der Geländeform zu: Während im energiearmen Relief (Flachland) meist einfache Wege und Gassen ausreichen, ist im energiereichen Relief ein aufeinander abgestimmtes Netz an Fahr- und Maschinenwegen notwendig.

Die Bezeichnung der Wege wird je nach Bundesland unterschiedlich geführt. Dies betrifft auch die Darstellung in den Forstgrundkarten. Folgende Kategorien werden zumeist unterschieden:

  • Waldstraßen bzw. Fahrwege (Kl. 1):
    befestigt, ganzjährig mit LKW befahrbar
  • Maschinenwege:
    durch Erdarbeiten angelegte, aber unbefestigte Wege im Bestand
  • Gassen:
    ohne Erdarbeiten angelegte, unbefestigte Wege im Bestand
  • Seillinien:
    Für die Rückung (Bringung) im steilen Gelände aufgeschlagene Linien für den Seilkrahn

Oftmals werden die Wendemöglichkeiten (Sackgasse / Übergang Fahrweg zu Maschinenweg, etc.) für die Holz-LKW in den Forstgrundkarten bisher nicht ausreichend dargestellt. Es empfiehlt sich, diese beim Planungsbegang für die Holzabfuhr in den Karten nachzutragen.

Weiter ist es für ein Mobilisierungsvorhaben wichtig, Polterplätze zu markieren bzw. anzulegen. Dabei ist auf eine ausreichende Größe ebenso zu achten wie auf die durchschnittliche Entfernung zum Hiebsort, da hiervon die Rückekosten maßgeblich beeinflusst werden.

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