Auszeichnen der Bestände

Mit Auszeichnen der Bestände ist die (meist farbliche) Markierung von Bäumen gemeint. Dabei werden im Allgemeinen die Bäume gekennzeichnet, die bei der Ernte entnommen werden sollen (negatives Auszeichnen). Moderne Produktionsmodelle (Lenkung des Baumwachstums) erfordern auch die (dauerhafte) Markierung des so genannten Zukunftsbaumes (positives Auszeichnen). Das Auszeichnen bestimmt besonders in jungen Waldbeständen die zukünftige Entwicklung und damit die Wertschöpfungschancen bzw. Risikoanfälligkeit.

Der Waldeigentümer entscheidet

Die Lenkung des Produktionszieles eines Waldbestandes hängt von den (waldbaulichen) Zielen des Eigentümers ab. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass die Risikovermeidung (Sturmwurf / Käferkalamität) ein wichtiger Aspekt für jeden Waldbesitzer ist. Welche Ziele darüberhinaus verfolgt werden, muss mit den einzelnen Waldbesitzern diskutiert werden. Da im Bereich eines Nutzungsblockes sehr ähnliche Bestockungsverhältnisse vorherrschen, kann meist ein gemeinsames Vorgehen abgestimmt werden.

Vertrauen gewinnen durch richtiges Auszeichnen

Das Auszeichnen von Waldbeständen ist Vertrauenssache. Gerade im Kleinprivatwald kann so dem Waldbesitzer noch vor der Erntemaßnahme verdeutlicht werden, welche Bäume entnommen werden sollen. Dies spielt eine besondere Rolle zur Überwindung der weit verbreiteten Skepsis, dass die eingesetzten Holzerntefirmen sonst die falschen Bäume ernten könnten. Desweiteren kann dem interessierten Waldbesitzer auch erläutert werden, welchen waldbaulichen Zweck die Entnahme bestimmter Bäume verfolgt und wie dies die Entwicklung des verbleibenden Bestandes beeinflusst.

Auszeichnen erfordert Fachkenntnisse

Aus der Bedeutung des Auszeichnens für die zukünftige Entwicklung des Waldbestandes sowie der Vertrauensstellung bei den teilnehmenden Kleinwaldbesitzern wird klar, dass diese Arbeiten von Fachpersonal vorgenommen werden sollten. Dies können der kundige Waldbesitzer selbst, das Forstpersonal der FBG oder des Forstamtes wie auch forstlich ausgebildete freie Dienstleister sein. Hier ist besonderen Wert auf Referenzprojekte zu legen, um die Qualität des Dienstleisters einschätzen zu können.

Auszeichnen im Detail

Waldbauliches Grundwissen

In der forstlichen Praxis ist eine Vielzahl von Waldbaumethoden verbreitet. Die Landesforstverwaltungen haben jeweils eigene, teilweise recht stark voneinander abweichende Behandlungsmodelle entworfen. Grundsätzlich durchgesetzt haben sich jedoch auf Z-Baum basierende Behandlungsmethoden, die als Kern die frühzeitige Festlegung und dauerhafte Markierung eines Z-Baumes und den Eingriff als Entnahme des stärksten Bedrängers vorsehen. Ihr Vorteil ist besonders in der Verringerung des Bestandesrisikos (Sturm / Käfer) und der Erzielung höherer Deckungsbeiträge aus der Holzernte zu sehen.

Empfehlung: Wer sollte das Auszeichen übernehmen?

  • Der Waldbesitzer, sofern er über waldbauliches Wissen verfügt
  • Mitarbeiter des forstwirtschaftlichen Zusammenschlusses
  • staatliche Forstbedienstete, Forstwirtschaftsmeister
  • unabhängiges Forstfachpersonal
  • (evtl. Einschlagsunternehmen)

  • Praxisbeispiel Auszeichnen in Harvesterbeständen Open or Close

    Inhalt

    In einer wissenschaftlichen Untersuchung im Jahr 2006 [1] wurde die Wirtschaftlichkeit und Pfleglichkeit von Holzerntemaßnahmen in ausgezeichneten Beständen und unausgezeichneten Beständen verglichen. Die Bestände waren homogene, ca. 40jährige Kiefernbestände.

    Ergebnisse

    Aus ökonomischen Gründen kann auf das Auszeichnen verzichtet werden. Auch bei der Bestandespfleglichkeit gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den ausgezeichneten und nicht ausgezeichneten Beständen. Bei der Studie wurden auf allen Flächen qualifizierte und erfahrene Maschinenführer eingesetzt.

    Fazit

    Obwohl die Untersuchung zeigt, dass unter bestimmten Bedingungen auf das Auszeichnen verzichtet werden kann, haben die Erfahrungen in der Holzmobilisierung gezeigt, dass Waldbesitzer meist großen Wert auf das fachgerechte Auszeichnen der Bestände legen. Dies gilt selbst für homogene Bestände mit nur einer Baumart. Waldbesitzer scheinen sich eher einer Nutzungsmaßnahme anzuschließen, wenn das Auszeichnen von Forstfachpersonal durchgeführt wird.

  • Weiterführende Links und Literatur Open or Close

     

    • Hessenmöller, D. (2008): Delegation des Auszeichnens nicht leichtfertig beschleunigen. AFZ-DerWald Nr. 6/2008. S. 309
    • Engler, B. (2008): Kiefernbestände nicht auszeichnen, Fichtenbestände auszeichnen? - Antworten von Benjamin Engler. AFZ-DerWald Nr. 6/2008. S. 308f.
    • Drewes, D. (2007). Holzernte ohne Auszeichnung?. AFZ-DerWald Nr. 9/2007 S. 471
    • Pfeuffer, A. (1999). Einfluss unterschiedlicher Bestandesvorbereitung auf Leistung, Kosten und waldbaulichen Erfolg bei vollmechanisierter Durchforstung. Diplomarbeit an der Fachhochschule Rottenburg

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