Waldbesitzer bewirtschaften in Deutschland sehr oft kleine und nicht zusammenliegende Waldflächen, der private Waldbesitz teilt sich häufig auf mehrere, nicht zusammenhängende Flurstücke auf. Um diese strukturellen Nachteile auszugleichen, bilden private Waldbesitzer (ggfs. zusammen mit kommunalen Waldbesitzern) forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse.

Die beiden wesentlichen, im Bundeswaldgesetz (BWaldG) dargestellten Arten von Zusammenschlüssen sind Forstbetriebsgemeinschaften und Forstwirtschaftliche Vereinigungen.

Forstbetriebsgemeinschaften (§ 16 BWaldG)

Forstbetriebsgemeinschaften sind privatrechtliche Zusammenschlüsse von Grundbesitzern, die den Zweck verfolgen, die Bewirtschaftung der angeschlossenen Waldflächen und der zur Aufforstung bestimmten Grundstücke zu verbessern. Es geht darum, die Nachteile geringer Flächengröße, ungünstiger Flächengestalt, der Besitzzersplitterung, der Gemengelage, des unzureichenden Waldaufschlusses oder anderer Strukturmängel zu überwinden.

Aufgaben der Forstbetriebsgemeinschaften nach dem Bundeswaldgesetz:

  1. Abstimmung der Betriebspläne oder Betriebsgutachten und der Wirtschaftspläne sowie der einzelnen forstlichen Vorhaben;
  2. Abstimmung der für die forstwirtschaftliche Erzeugung wesentlichen Vorhaben und Absatz des Holzes oder sonstiger Forstprodukte;
  3. Ausführung der Forstkulturen, Bodenverbesserungen und Bestandspflegearbeiten einschließlich des Forstschutzes;
  4. Bau und Unterhaltung von Wegen;
  5. Durchführung des Holzeinschlags, der Holzaufarbeitung und der Holzbringung;
  6. Beschaffung und Einsatz von Maschinen und Geräten für mehrere der unter den Nummern 2 bis 5 zusammengefaßten Maßnahmen.

Mögliche Rechtsformen:

Die Zusammenschlüsse erfolgen auf freiwilliger Basis und können verschiedene Rechtsformen haben:

  • Eingetragener Verein (e.V.)
  • Wirtschaftlicher Verein (w.V.)
  • Eingetragene Genossenschaft
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Aktiengesellschaft (AG)
  • Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)

 

Wie finde ich den für meine Flächen zuständigen forstwirtschaftlichen Zusammenschluss?

  • Auskünfte über Ihren örtlichen Forstwirtschaftlichen Zusammenschluss erteilen die Waldbesitzerverbände ihres Bundeslandes. Ihre Kontakdaten finden Sie in unserer Rubrik Kontakte. Auch im Bereich Länderprofile finden Sie die diesbezüglich relevanten Informationen.
  • Die für die Privatwaldberatung zuständigen Förster der staatlichen Forstverwaltungen der Länder können ebenfalls Auskunft über die örtlichen Forstbetriebsgemeinschaften geben. Klicken Sie hier, um zu der Forstverwaltung in ihrem Bundesland zu gelangen.
  • Auch die zuständigen Kommunalverwaltungen kennen i.d.R. die für die Gemeinde zuständige Forstbetriebsgemeinschaft.

Interessenvertretung im Detail

Hier finden Sie informationen über die Interessenvertretungen auf den verschiedenen politischen Ebenen.

Landesebene

Die Waldbesitzerverbände in den Bundesländern sind in Form privatrechtlicher Vereine organisiert. Die Ziele der Waldbesitzerverbände liegen in der Stärkung der Ertragsfähigkeit des Waldes nichtstaatlicher Eigentümer.

Die meisten Waldbesitzerverbände sind Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW).

Adressen der Waldbesitzerverbände der Länder

 


Weiterführende Links und Literatur

gesetze 

Bundeswaldgesetz
www.gesetze-im-internet.de

waldwissen Mehr Informationen zu Forstlichen Zusammenschlüssen unter:
www.waldwissen.net.
Gemeinschaftswald in BW Endbericht des Projekts "Stärkung des gemeinschaftlichen Waldbesitzes in Baden-Württemberg" auf der Webseite vom Cluster Forst und Holz Baden-Württemberg
www.cluster-forstholz-bw.de (PDF; 4,5 MB)
Cluster Abschlussbericht "Struktur und Motive forstlicher Zusammenschlüsse in Baden-Württemberg" auf der Webseite vom Cluster Forst und Holz Baden-Württemeberg
www.cluster-forstholz-bw.de (PDF; 4,6 MB)

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