Ein Wirtschaftsplan stellt die geplanten Aufwände den erwarteten Erträgen einer FBG gegenüber und leitet daraus den erwarteten Überschuss (oder den Verlust ab). In der Regel dominieren die Ausgaben für das Personal deutlich die Sachausgaben. Auf der Erlösseite können die Relationen zwischen den Holzverkaufsentgelten der Waldbesitzer, den Bündelungsprämien der Industrie und den Tranferzahlungen des Staates stark differieren. Am Ende des Plans sollte auf jeden Fall ein Überschuss stehen. Ein Musterplan einer holzvermarktenden Forstbetriebsgemeinschaft wird im nachfolgenden Beispiel dargestellt. Der Plan versucht realitätsnah die Situation einer im Aufbau begriffenen FBG darzustellen, die das Holz der Waldbesitzer als Vermittlungsgeschäft im Umfang von 30.000 Festmeter vermarktet.

wirtschaftsplan

Die Aufwände sind von den Personalkosten dominiert (ca. 75 %) und unterstellen einen Vollzeit beschäftigten Geschäftsführer. Daneben werden eine Sekretärin (Teilzeit) und Hilfskraft (ebenfalls Teilzeit) im Angestelltenverhältnis beschäftigt.

Die Sachaufwände incl. Abschreibungen belaufen sich auf ca. 25 % der Gesamtkosten.

Die Ertragsseite weist Erlöse aus, die sich zu je einem Drittel aus Leistungsentgelten für den Verkauf (Waldbesitzer), Bündelungsprämien (Holzkäufer) und der Mobilisierungsprämie (Transferleistungen) zusammensetzen.

Die Verteilung der Erträge variiert je nach Bundesland durch die verschiedenen Ausprägungen der Mobilisierungsprämie oder die Anlehnung an unterschiedliche Gebührenordnungen der jeweiligen Landesforstverwaltungen. Auch regional unterschiedliche Konkurrenzsituationen zu privaten Dienstleistern können die Erlöse beeinflussen.

Beispiel-Wirtschaftsplan

Im Folgenden wird der Wirtschaftsplan als Download bereitgestellt. Dabei wird von der Vermittlung von Holzgeschäften ausgegangen (wird der Holzverkauf dagegen als Eigenhandelsgeschäft getätigt, dann dominieren die Aufwände und Erlöse aus den Umsätzen den Wirtschaftsplan). Die Datei ist so angelegt (Tabellenkalkulation mit dem Programm MS Excel), dass eigene Plan- oder Ist-Daten einfach eingetragen oder ergänzt werden können.

Abschreibungen

Im vorliegenden Beispiel werden die Abschreibungen für die Büroausstattung und technische Infrastruktur sowie für die Computer und die notwendigen Programme angeführt. Dabei wurden die Laufzeiten entsprechend den Steuertabellen entnommen. Für die interne Kalkulation können auch die tatsächlichen Nutzungsdauer der Anlagegüter herangezogen werden. Werden die Büroeinrichtung, Computer und Programme geleast oder gemietet, dann erhöhen sich entsprechend die Sachkosten, ohne dass es zu einer wesentlichen Veränderung der Gesamtaufwände kommt.


Mit zunehmender Erfahrung sind Effizienzsteigerungen, durch Wachstum ist eine Kostendegression erreichbar die die Aufwendungen je mobilisierten und vermarkteten Festmeter senken. Diese Effizienzgewinne sind notwendig, um Finanzierungsspielräume zu schaffen, um auch Phasen mit geringerer Holzvermarktung überdauern zu können.

Weitere Themen in "Abrechnung"