Die Leistungsentgelte für die Vermittlung von Holzverkaufsgeschäften stellen in den meisten Fällen die Haupteinnahmequelle für eine FBG dar. Unter der Annahme zurückgehender Transferleistungen des Staates werden die Leistungsentgelte künftig noch an Bedeutung gewinnen.

Einige wesentliche Kriterien für die Ausgestaltung eines Entgeltkatalogs lassen sich wie folgt formulieren:

  • Eine Staffelung nach Verkaufsmengen je Waldbesitzer ist wichtig, um auch den mittleren und größeren Waldbesitz mit einbeziehen zu können. Damit werden insgesamt größere Holzmengen mobilisiert, was wiederum zu einer besseren Verhandlungsposition bei den Holzkäufern führt.
  • Eine Differenzierung nach Leistungen eröffnet dem Waldbesitzer die Möglichkeit zur Eigenerstellung  bestimmter Leistungen (z.B. eigene Holzernte) und geht so stärker auf die jeweilige Situation des einzelnen Waldbesitzers ein.
  • Neben dem Bezug zur Menge sollten die Entgelte auch eine holzpreisbezogene Komponente beinhalten. Dies soll auch für die FBG einen Anreiz darstellen, über gute Preisverhandlungen am Erfolg zu partizipieren.

Beispiel für eine Entgeltordnung:

entgeltordnung

Obige Tabelle stellt exemplarisch eine mögliche Staffelung der Entgelte dar. Die Leistungen 'Überwachung Holzernte und Aufmaß' werden auf den verkauften Festmeter Holz bezogen; die Holzverkaufsgebühr basiert auf den Holzerlösen.

Ein Musterbeispiel

In der nebenstehenden Tabelle wurde versucht, die verschiedenen Anforderungen an einen Entgeltkatalog zu berücksichtigen und beispielhaft die Auswirkungen für den Waldbesitzer und für die vermarktende FBG darzustellen. Die Datei ist als Excel-Tabelle so ausgestaltet, dass sie einfach weiterbearbeitet werden kann. Eine steuerliche Berücksichtigung ist damit nicht verbunden (insbesondere wurde die Mehrwertsteuer ausgeklammert).

Annahmen

  • die FBG vermarktet insgesamt 1.000 Festmeter aus einem Mobilisierungsblock, an dem vier Waldbesitzer mit 20, 80, 200 und 700 Festmeter teilnehmen
  • es wird ein Durchschnittserlös von 45 Euro je Erntefestmeter unterstellt
  • es gelten die Entgelte der nebenstehenden Tabelle (2 % Holzverkaufsentgelt, gestaffelte Leistungsentgelte).

 


Gebührenordnungen – unschlagbar günstig? 

Oftmals ist es für eine Forstbetriebsgemeinschaft schwierig oder unmöglich, andere Entgeltsätze als die in den staatlichen Gebührenordnungen festgelegten durchzusetzen. Die Waldbesitzer vergleichen die Kosten und gehen dann – sofern diese Konkurrenzsituation besteht – zu dem günstigeren Anbieter. Wo diese Situation nicht vermieden werden kann, muss die FBG versuchen durch ein überzeugendes Leistungsangebot die Waldbesitzer für sich zu gewinnen.

Wichtige Aspekte sind:

  • gute Abschlüsse bei den Preisverhandlungen (über alle Sortimente)
  • rasche Holzabfuhr
  • schnelle Auszahlung
  • überzeugende Arbeit im Wald.

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